Meinung

"Unsere Demokratie™"-Komiker präsentierte in Erfurt seine Hurz-Version 2026

Laut Medien sind sich Rechtsexperten mal wieder über die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens uneins. In Thüringen waren dazu Sachverständige geladen, so auch Hape Kerkeling. Dieser Fachexperte forderte nachdrücklich ein AfD‑Verbot. Als erdrückenden Beweis gab er zu Protokoll: "Buchenwald – Hurz".
"Unsere Demokratie™"-Komiker präsentierte in Erfurt seine Hurz-Version 2026© Screenshot: YT/Phoenix

Von Bernhard Loyen

"Total Normal" im Jahr 2026 ist es, wenn der "Entertainer Hape Kerkeling" an einer Anhörung zu einem juristischen Parteiverbotsverfahren gegen die Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Thüringer Landtag in Erfurt teilnimmt. Die Fraktion Die Linke hatte den Komiker zu der Anhörung als expliziten Fachexperten eingeladen.

"Total Normal" war der Name eines ARD-Formats, welches mit dem Hauptakteur Hape Kerkeling von 1989 bis zum Jahr 1991 seitens des verantwortlichen Radio Bremen ausgestrahlt wurde. In einem der bekanntesten Sketche veralberte einer der unzähligen, zuverlässigen und aufrechten Demokraten der Gegenwart, genau jene rot-grüne, bürgerliche, elitär-bildungspolitische Gesellschaftsklientel, von der er rund 35 Jahre später den größten Applaus und Zustimmung für seinen aufopferungsvollen "Unsere Demokratie™-Gegen-Rechts-K(r)ampf" erfährt.

Beim ZDF lautet "total normal" die Erklärung für den Witz der Woche, die Anwesenheit des Mediendarlings der Stunde in Erfurt:

"Als Hape Kerkeling am Mittwochabend im Landtag von Thüringen auftritt, kommt er nicht als Entertainer. Kerkeling wird angehört im Justizausschuss zu einem möglichen AfD‑Verbot. Er ist hier auf Einladung der Linken, als Bürger der Zivilgesellschaft."

"Zivilgesellschaft" ist dabei ein trügerisches, manipulatives Wort aus dem Pflichtlernbuch der "Unsere Demokratie™-Undemokraten". Kerkeling gab also im Landtag – bei seiner Befragung seitens der Landtagsabgeordneten (Minute 09:45) als Experte – wörtlich im argumentativen Gesamtpaket einer verinnerlichten Deutungshoheit zu Protokoll:

"Es sind Millionen von Menschen, die Angst haben. Und ich höre immer öfter die Diskussion: Wann muss ich dieses Land verlassen? Was haben die [die AfD] mit uns vor?

Menschen, die mit dem Wahlslogan kommen: 'Alles ist möglich' – bei einem Autohersteller verstehe ich das. Da geht es dann um Geschwindigkeitssteigerung, mehr Sitzplätze im Auto. Aber eine politische Partei, bei der alles möglich ist und die das zu ihrem Wahlslogan macht, bei denen ist unter Umständen auch [ein KZ] Buchenwald möglich."

Bezogen auf den Original-Hurz-Sketch ("Der Wolf, das Lamm, auf der grünen Wiese, ... schreit: Hurz") adaptierte ein X-Nutzer diesen sehr treffend um:

"Der Höcke, der Flüchtling, ... auf der grüüüünen Wiese, ... schreit: HURZ!"

Kerkeling begann seinen Auftritt im Thüringer Landtag mit der zumindest ehrlichen Klarstellung: "Ich spreche heute nicht als Experte für Verfassungsrecht", dafür aber als erwiesener Experte für trügerisches und heuchlerisches Emotionsrecht, was die Mainstreammedien konsequent nicht zitierten (die Ausnahme samt gesamten Eingangsstatement zum Nachlesen), war folgende Aussage des Komikers: 

Und glauben Sie mir, es ist nicht schön, Angst in der eigenen Heimat zu haben. Ich glaube, dass dieser Staat verpflichtet ist dazu, dafür zu sorgen, dass alle seine Bürger ohne Angst leben."

An anderer Stelle der Befragung erklärte der Komiker:

"Das Versprechen unseres Staates lautet, wir dulden keinen Faschismus in Deutschland. Und wir dulden auch nicht dessen Beginn."

Ja, und damit wären wir angekommen in den drei dunklen Jahren ab 2020. Dem konsequenten Verdrängen der Unsere Demokratie™-Fraktion.

Der Komiker, der empathische und besorgte Demokrat, gehörte wenig überraschend auch zu den "Guten", um via Fernsehsender als assimilierter Gesundheitsexperte den folgsamen Mitbürgern sowie den maßnahmenkritischen Querdenkern "mit Liebe" zu diktieren:

"Hallo ihr Lieben, hier ist Hape Kerkeling. Ich habe eine Riesen-Bitte an euch: Bleibt bitte zu Hause und wenn ihr rausgeht, wascht euch die Hände. Geht nur raus, wenn ihr unbedingt raus müsst. Gerade habe ich im Radio gehört, dass auf einen, der rausgeht und der sich infiziert, später 4.000 Infizierte kommen. Von diesen 4.000 Infizierten sterben aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens 40. Ich glaube, wir alle wollen dafür nicht verantwortlich sein. Ich meine, ihr sitzt doch auch sonst immer alle vorm Computer. Bleibt zu Hause, bitte!"

Rein mutmaßend war Kerkeling zu dieser Zeit bereits auch schon ein Drosten-Jüngling und lauschte seinen themenbezogenen Fake News, unter anderem verbreitet im 4. Coronavirus-Update des prämierten NDR-Formats mit der Botschaft: "Infektionen werden weiter steigen." 

Die nachweisliche Angst der Millionen Mitbürger in dieser neu-braunen Phase des Landes war Herrn Kerkeling nachweislich egal. Die Sorgen und Nöte, die Bedenken der Mitbürger zu einem mRNA‑Versuchsstoff wurden prominent von ihm abgetan mit dem Satz:

"Es ist ein wirklicher Segen für die Menschheit, dass so schnell ein Impfstoff entwickelt wurde." 

Sein gelebter "Antifaschismus" wirkt in seiner Glaubwürdigkeit geradezu lächerlich, wenn er gleichzeitig für die Nazi-Versteherin Strack-Zimmermann eine Laudatio hält, was wiederum im Gesamtpaket einer bizarren Gegenwart vom Spiegel im Oktober 2024 so zusammengefasst wurde:

"Bei der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf hielt der Komiker Hape Kerkeling eine Laudatio auf FDP-Politikerin Strack-Zimmermann und stellte sich gegen Antisemitismus. Danach musste offenbar der Staatsschutz aktiv werden."

Seine dem ZDF-Illner-Publikum vorgetragene Sorge vor grassierendem Antisemitismus wirkt ebenso vollkommen lächerlich und unglaubwürdig, während Kerkeling seinen notwendigen Umzug von Berlin nach Köln mit der "deutlich homophober gewordenen Atmosphäre" in der Hauptstadt begründet. Der Tagesspiegel titelte dazu im Juli 2023:

"Hape Kerkeling ist wegen Schwulenfeindlichkeit aus Berlin weggezogen."

Wie lauteten die Gründe für die belastende "Atmosphäre"? Er habe manchmal das Gefühl, so der Komiker und aufrechte Bürger der Zivilgesellschaft, "dass wir in einer ähnlichen Zeit leben wie in der Weimarer Republik". Achso? Na dann, schnell her mit dem AfD-Verbotsverfahren.

Weniger Pressemitteilungen und Zitierungen erfuhr ein weiterer geladener Rechtsexperte im Thüringer Landtag, Ex-Innenminister Hans-Georg Maaßen. Der erklärte sachlich themenbezogen in seiner Stellungnahme:

"Die Voraussetzungen für die Einleitung eines Parteiverbotsverfahrens gegen die AfD liegen nach meinem Verständnis des Artikels 21 Abs. 2 GG nicht vor. Ein Verfahren unter den gegenwärtigen politischen Umständen wäre kein Ausdruck besonderer Verfassungstreue. Es liefe Gefahr, die freiheitliche Demokratie zu beschädigen oder zu zerstören, indem einem
erheblichen Teil der Wähler die parlamentarische Vertretung für die von ihm gewollte Politikwende genommen würde." 

Herrn Kerkeling möchte man aus dem Sketch zitierend zurufen: "Ein Lurch lugt hervor – Hurz" und sollte sich möglichst schnell wieder im vermeintlich sichereren Köln verkriechen und zu diesem Thema schlicht schweigen.

Mehr zum Thema – "Rotz in einem Nasenloch" – Bosetti-Laudatio für Caritas-prämierte Angela Merkel

RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.