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Japan erhöht Gebühr für Daueraufenthaltserlaubnis auf das Zwanzigfache

Nach den Touristenvisa, deren Gebühren Japan im Juli erstmals seit 1978 erhöht hat, folgt nun der nächste Schritt: Wer sich dauerhaft niederlassen will, zahlt ab sofort ein Vielfaches. Ab April 2027 kommen Anforderungen an Einkommen, Rentenvorsorge und Sprachkenntnisse hinzu.
Japan erhöht Gebühr für Daueraufenthaltserlaubnis auf das ZwanzigfacheQuelle: AP © Kiichiro Sato

In Japan ist die Gebühr für die Erteilung einer Daueraufenthaltserlaubnis seit dem 1. Oktober auf das Zwanzigfache gestiegen: von 10.000 auf 200.000 Yen. Umgerechnet sind das statt rund 56 nun 1.125 Euro. Das geht aus Angaben der Einwanderungsbehörde des Landes hervor.

Die neuen Gebühren gelten für Anträge, die ab 1. Oktober gestellt werden. Für Unterlagen, die bis einschließlich 30. September eingereicht wurden, bleibt die bisherige Gebühr bestehen, auch wenn die Entscheidung später fällt. Für Antragsteller in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sowie in anderen besonderen Fällen kann die Gebühr gesenkt oder erlassen werden.

Gleichzeitig wurden die Kriterien für die Erteilung einer Daueraufenthaltserlaubnis überarbeitet. Sie treten grundsätzlich am 1. April 2027 in Kraft. Bei der Bewertung der finanziellen Lage wird berücksichtigt, ob das Familieneinkommen über dem Durchschnitt eines japanischen Haushalts vergleichbarer Größe liegt. Außerdem fließen die Rentenbeitragszeiten, die voraussichtliche Höhe der künftigen Rente und das Finanzvermögen in die Bewertung ein. Ab April 2027 werden Japanischkenntnisse auf dem Niveau B1 oder höher als zusätzlicher Faktor bei der Prüfung eines Daueraufenthaltsantrags berücksichtigt, für mehrere Kategorien sind Ausnahmen vorgesehen. Berücksichtigt werden zudem die Zahlung von Steuern und Sozialabgaben, die Einhaltung der Migrationsvorschriften und die Aufenthaltsdauer im Land.

Auch die Gebühren für andere Aufenthaltsverfahren wurden angehoben. Für die Verlängerung des Aufenthalts und den Wechsel des Aufenthaltsstatus lag die Gebühr bislang bei 6.000 Yen (rund 34 Euro) am Schalter und 5.500 Yen (rund 31 Euro) online. Künftig hängt sie von der Geltungsdauer der Erlaubnis ab. Am Schalter kostet eine Erlaubnis für bis zu drei Monate 10.000 Yen oder 56 Euro, für ein Jahr 33.000 Yen oder 185 Euro und für fünf Jahre und mehr 75.000 Yen oder 422 Euro.

Im Mai hatten die japanischen Behörden die Einrichtung einer Einheit zur Überwachung sozialer Netzwerke bekanntgegeben, die illegale Beschäftigung und Fälle abgelaufener Visa aufdecken soll. Laut Regierungsangaben stieg die Zahl der legal im Land arbeitenden Ausländer 2025 um 11,7 Prozent auf 2,57 Millionen.

Bereits im Juli erhöhte Japan erstmals seit 1978 die Visagebühren für ausländische Touristen. Ein einfaches Visum kostet seitdem 15.000 Yen (84 Euro) statt 3.000 Yen. Für ein Mehrfachvisum werden nun 30.000 Yen (168 Euro) statt 6.000 Yen fällig. Die Regierung begründete damals diesen Schritt mit hoher Inflation und starken Schwankungen des Yen gegenüber dem US-Dollar. Einige Beobachter sahen den Grund auch im starken Zustrom von Touristen: 2024 und 2025 kamen mit 36,8 beziehungsweise 42,6 Millionen Besuchern jeweils Rekordzahlen ins Land. Die Behörden betonen, Japan bleibe trotz höherer Gebühren weiterhin attraktiv für Reisende.

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