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Pistorius ordnet Verpflichtungen für Brigade Litauen an

Wegen des Mangels an Freiwilligen für den Dienst bei der Bundeswehr-Brigade in Litauen beschließt der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Verpflichtungen. Nach Angaben der "Bild" sollen ab diesem Monat bis zu 1.000 Soldaten ins Baltikum abkommandiert werden.
Pistorius ordnet Verpflichtungen für Brigade Litauen an© Urheberrechtlich geschützt

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius setzt um, was er im Juni angekündigt hat: Weil es der Bundeswehr-Brigade in Litauen an Freiwilligen mangelt, sollen deutsche Soldaten zu einem Einsatz im Baltikum verpflichtet werden. Wie die Bild am 14. September berichtete, werden ab Ende September bis zu 1.000 Soldaten nach Litauen abkommandiert. Derzeit seien lediglich etwa 60 Prozent der geplanten Brigadestärke mit Freiwilligen besetzt.

Die Brigade Litauen soll bis Ende 2027 in einer Stärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern vollständig aufgestellt werden. Obwohl die Brigade ursprünglich als reine Freiwilligenformation geplant war, räumte Pistorius noch während seines Besuchs in Litauen am 22. Juni ein, dass sich nicht ausreichend Bundeswehr-Soldaten freiwillig für den Dienst bei der Brigade melden, und kündigte an, dass notfalls "Einsatzbereitschaft" vor Freiwilligkeit Vorrang haben werde.

Während Pistorius im Juni noch von einem Freiwilligenanteil von 90 bis 95 Prozent ausging, fallen laut der Bild die Prognosen inzwischen pessimistischer aus. Demnach müssten bis zu 20 Prozent des Brigadepersonals zwangsweise verpflichtet werden. Insbesondere mangele es an IT‑Spezialisten, Logistikern, Köchen und Mannschaftlern. Die Bundeswehr hoffe zwar, den Anteil an Verpflichteten bis Ende September auf zehn Prozent zu reduzieren, doch für konkrete Personalentscheidungen bleibe immer weniger Zeit. Mögliche Gründe für das Ausbleiben von Freiwilligen führte das Blatt nicht an.

Die Panzerbrigade 45 "Litauen" war offiziell am 1. April 2025 gegründet worden und soll der angeblichen "Bedrohung durch Russland" an der Ostflanke der NATO entgegenwirken. Gegenwärtig sind bereits etwa 1.800 Bundeswehr-Soldaten in Litauen stationiert.

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