Deutschland

Rainer Rothfuß: "Die Bundesregierung arbeitet daran, den Krieg nach Deutschland zu holen"

Sergey Filbert hat den AfD-Bundestagsabgeordneten Rainer Rothfuß interviewt und dieser lieferte tiefgründige Analysen der Ursachen des Ukraine-Kriegs und der Perspektiven Deutschlands und Russlands. Wir bringen einige Kostproben.
Rainer Rothfuß: "Die Bundesregierung arbeitet daran, den Krieg nach Deutschland zu holen"© Urheberrechtlich geschützt: Berlin 24/7, Youtube

Sommerinterview einmal anders: Sergey Filbert lud den AfD-Bundestagsabgeordneten Dr. Rainer Rothfuß zum Interview für "Berlin 24/7" ein, und dieser kam – mit dem Fahrrad, wie Filbert überrascht hervorhob. Natürlich auch ganz andere Töne, als das, was man in Sommerinterviews von ARD und ZDF mit Politikern von CDU/CSU, SPD und all den anderen zu hören bekommt, besonders wenn es um das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland geht.

Rothfuß versuchte eingangs, die Befürchtung, die Filbert stellvertretend für viele andere äußerte, zu entkräften, bei der Russlandfreundlichkeit der AfD handele es sich um nichts anderes als um ein Wahlkampfmanöver. Man kümmere sich in diesem Punkt, so die Behauptung, nicht mehr um Wahltaktik, sondern setze darauf, dass das Wahlvolk mittelfristig einsieht, dass ein gutes Verhältnis zu Russland im Interesse Deutschlands ist, und sich dann denen zuwendet, die konsequent diese Linie vertreten haben. 

Hart ins Gericht ging Rothfuß mit der aktuellen Politik der Bundesregierung ins Gericht, die beide, Interviewer und Interviewter, übereinstimmend als Kriegskurs einschätzten:

"Merz wird so die Wirtschaft nicht retten können und zudem provoziert er Spannungen, die irgendwann tatsächlich zu einem heißen Krieg führen könnten. Wenn er die Drohnenproduktion hier in Deutschland beheimatet, weil sie in der Ukraine ständig von russischen ballistischen Raketen dem Erdboden gleichgemacht wird, dann macht er dadurch Deutschland und die entsprechenden Industriestandorte zum Ziel."

Anschließend referierte der AfD-Bundestagsabgeordnete seine Analyse der strategischen Lage Russlands:

"Russland kämpft um seine Existenz als Staat, als Gemeinwesen, das sich über tausend Jahre gebildet hat, und seit Jahrhunderten und immer intensiver bedroht wurde. Und die Russen wissen natürlich, dass es Pläne gibt in westlichen Geheimdienstkreisen und militärstrategischen Kreisen, Russland irgendwann in die Falle zu locken, sprich in einen großen Konflikt, und dann so zuzuschlagen, dass das Land in Aufruhr gebracht und zerbrochen werden kann, und dann zerstückelt beherrscht werden kann."

An dieses Ziel, erinnerte Rothfuß, sei der Westen während der Amtszeit von Boris Jelzin als Präsident Russlands bereits nah gekommen:

"Da kamen die ganzen Finanzministeriumsberater aus den USA nach Russland in die Regierung, in die Ministerien wurden sie gesetzt, und haben dort die Gesetze geschrieben, die dann die Ausbeutung der Ressourcen erleichtern sollten, seitens der westlichen Konzerne."

Putin habe dann auf Interessenpolitik für nationale Interessen gesetzt, wodurch die russische Wirtschaft und der Militärapparat gestärkt worden seien. Damit sei das Ziel des Westens, Russland zu zerschlagen, in immer weitere Ferne gerückt. Und so sieht Rothfuß die aktuelle Strategie des Westens:

"Jetzt muss man halt Russland immer mehr reizen, immer mehr einkesseln und versuchen, in den Konflikt zu ziehen, damit man dann mit aller Macht zuschlagen und Russland zerstören kann. Diese Pläne gibt es, es wird mittlerweile auch nicht mehr abgestritten von Mainstreammedien. Und wenn es um die eigene Existenz geht und man schon x-mal überfallen wurde, bedroht wurde, dann ist einfach auch eine ganz andere Vorbereitung da und auch im Volk ein ganz anderer Wille und Resilienz da, Härten auszuhalten."

Perspektiven, Russland militärisch mit immer mehr und neuen Waffenlieferungen an die Ukraine zu schlagen, sieht Rothfuß nicht:

"Der Westen hat sich in eine Sackgasse hineinmanövriert. Es ist ein Wendepunkt, wo die Dominanz des Westens ganz klar zu Ende geht. Und wir müssen jetzt schauen, was können wir Neues? Was soll Taurus bitte verändern? Irgendwo wieder ein kleiner Nadelstich, militärisch gesehen, und politisch gesehen ist es einfach die totale Eskalation." 

"Hinter vorgehaltener Hand sage ich: Hey, Leute, ihr glaubt das doch nicht, ihr wisst doch, wer die Fähigkeiten allein dazu hat, solche wirklich komplexen Anschläge zu machen."

"Sie brauchen weitere Menschen, die sie diesem Krieg opfern können. Und deswegen betrachte ich das auch mit sehr viel Sorge, dass genau in dieser Phase jetzt die Bundesregierung versucht, zunächst einmal über einen Wehrdienst und dann irgendwann über eine Wehrpflicht auch in Deutschland Nachschub vorzubereiten. Der jetzt vielleicht nicht gleich in der Ukraine eingesetzt wird, wobei es bei den Wehrdienstleistenden durchaus möglich ist – sie unterschreiben einen Vertrag, dass sie auch im Ausland eingesetzt werden können."

Auch Wehrpflichtige seien keinesfalls sicher: Die Bundesregierung arbeite "mit ihrer aggressiven idiotischen Politik gegenüber Russland" daran, den Krieg möglichst nach Deutschland zu holen. Er beobachte, sagt Rothfuß, mit wachsender Sorge, dass alle Krankenhäuser in Deutschland kriegstauglich gemacht werden. Es laufe nun nicht mehr öffentlichkeitswirksam, sondern "unter dem Radar". Rothfuß:

"Die scheinen da wirklich einen großen Konflikt zu planen."

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