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Aufruf zur Landtagswahl: AfD-Gegner sollen sich nach Halle ummelden

Motto "AfD abgemeldet": In Halle sind Plakate aufgetaucht, die AfD-Gegner zum Umzug in die Stadt bewegen sollen. Die von Unbekannten initiierte Aktion will auf diese Weise einen AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt verhindern. Eine absolute Mehrheit für die Partei ist laut aktuellen Umfragen in Reichweite.
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Am 6. September findet in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt. Die AfD hat – ihren derzeitigen Umfragewerten zufolge – gute Chancen, nicht nur als stärkste Partei in den Landtag einzuziehen, sondern sogar die absolute Mehrheit zu erreichen. Sie besäße dann mehr als die Hälfte der Sitze im Landesparlament und bräuchte keinen Koalitionspartner mehr, ein Umstand, der ihr die Umsetzung ihres Wahlprogramms erleichtern würde.

Diese Aussicht beglückt nicht jeden. Einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge sind in der sachsen-anhaltischen Universitätsstadt Halle Plakate aufgetaucht, die den Betrachter zum Handeln auffordern. Zunächst hatte der Journalist Alexander Teske auf X darüber berichtet. Unter dem Motto "AfD abgemeldet" rufen die Aushänge dazu auf, sich bis zum 6. Juni nach Halle umzumelden. Die Anredeform mit "du" lässt dabei vermuten, dass vor allem das studentische Milieu angesprochen sein könnte. Gerade Studenten sind häufig noch in ihrer Heimatgemeinde gemeldet, der Studienort fungiert oft nur als Zweitwohnsitz.

Ein Urheber, der für das Ganze verantwortlich zeichnet, ist auf den Plakaten nicht genannt. Dafür wird erklärt, dass man bereits drei Monate in Sachsen-Anhalt gemeldet sein müsse, um an den kommenden Landtagswahlen teilnehmen zu können. Das Prozedere einer Ummeldung wird genau erklärt, ein QR-Code leitet direkt zum Bürgerservice der Stadt. Auf einer beigefügten Abbildung liegt die AfD auf einem Grill. Ein Haus und ein Ummeldebogen mit Zündhölzern und Grillgabel in der Hand warten nur darauf, das Feuer zu entzünden und die AfD verspeisen zu können.

Die Aktion erinnert an die Kampagne "92 Tage" aus dem Jahr 2024. Damals hatten thüringische Hochschulen ihre Studentenschaft vor den anstehenden Wahlen dazu aufgefordert, ihren Hauptwohnsitz in den Freistaat zu verlegen. Allerdings hatte die damalige Initiative einen offiziellen, genannten Urheber und war in ihren Formulierungen nicht gegen eine bestimmte Partei gerichtet.

Ähnlich der Thüringer Aktion will eine weitere Werbekampagne, diesmal von der Kunsthochschule Halle, nun die 55.000 Studenten in Sachsen-Anhalt zur Briefwahl ermuntern. Offenbar befürchtet man ansonsten nur eine geringe Wahlbeteiligung, da die Landtagswahlen in die Semesterferien fallen. Auch hier findet sich der Aufruf zur Ummeldung des studentischen Wohnsitzes nach Sachsen-Anhalt und zur Teilnahme an der Wahl im September. Offensichtlich haben sich nun die anonymen Verfasser der Hallenser Plakate an dieser Initiative ein Vorbild genommen.

Angesichts von 1,7 Millionen Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt machen die knapp 55.000 Menschen, die in dem Bundesland studieren, zwar nur einen Bruchteil des gesamten Wählerpotentials aus. Aber sie könnten das Zünglein an der Waage sein, wenn es darum geht, eine absolute Mehrheit für Ulrich Siegmund und seine AfD-Mitstreiter zu vereiteln. Allerdings hat die Stadt Halle nach Angaben der Berliner Zeitung keine besondere Häufung an Anfragen zur Ummeldung zu verzeichnen.

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