
Deutschland: Enormer Anstieg bei Einbürgerungen

Wie die Welt am Sonntag berichtet, haben sich im Jahr 2025 309.852 Menschen in die Bundesrepublik Deutschland einbürgern lassen. Die Zahlen sind nicht vollständig, da es sich teilweise erst um vorläufige Werte handelt. Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben noch keine Einbürgerungsdaten geliefert, für Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein gibt es keine Gesamtzahlen, lediglich Angaben der meisten Kreise und Städte. Die Zahl der tatsächlichen Einbürgerungen könnte demnach weitaus höher liegen.
Der bisherige Einbürgerungsrekord stammt aus dem Vorjahr: 2024 betrug die Anzahl der Neubürger 291.955 Personen. Damit sind zwei Jahre in Folge Höchststände für die vergangenen 25 Jahre erreicht. Im Jahr 2000 waren mit der Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts die Einbürgerungen erstmals in einer einheitlichen Statistik erfasst worden.

In den meisten Bundesländern war das Hauptherkunftsland der neu Eingebürgerten Syrien. Das ist nicht verwunderlich, da die in den Jahren 2015 und 2016 Eingewanderten nunmehr die erforderliche Länge der Aufenthaltsdauer erreicht haben, um einen Einbürgerungsantrag stellen zu dürfen. Auch die Einbürgerungen türkischer und russischer Staatsbürger haben an vielen Orten stark zugenommen.
Der Einbürgerungsboom dürfte sich – trotz eines vermeldeten kurzzeitigen Rückgangs – in den kommenden Jahren fortsetzen. Denn die Ampel-Regierung hat im Jahr 2024 die Einbürgerung nach fünf (statt wie bisher nach acht) Jahren ermöglicht. Auch ist es leichter geworden, die alte Staatsbürgerschaft zu behalten, was vielen die Entscheidung erleichtern dürfte, einen deutschen Pass zu erwerben.
So erreichen beispielsweise die im Jahr 2022 nach Deutschland geflüchteten Ukrainer im kommenden Jahr das Ende der Fünfjahresfrist. Zugleich wird im Frühjahr 2027 der bisher gewährte kollektive Schutztitel für Ukrainer in Deutschland auslaufen. Die Welt am Sonntag zitiert einen Sprecher des niedersächsischen Landkreises Aurich mit den Worten: "Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzen dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Fünfjahresfrist zur Einbürgerung, die durch die neue Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft zusätzlich an Attraktivität gewonnen hat."
Die Ukrainer hätten im Vergleich zu Flüchtlingen aus anderen Ländern zudem einen strukturellen Vorteil. Denn um den deutschen Pass erhalten zu können, muss ein Einwanderer das Kriterium der selbstständigen Sicherung des Lebensunterhalts erfüllen – er muss also in den meisten Fällen einen Arbeitsplatz vorweisen können. Da die deutsche Regelung ukrainischen Flüchtlingen den sofortigen Einstieg in den Arbeitsmarkt erlaubt, dürften entsprechend viele Ukrainer diese Anforderung erfüllen. In Aurich rechnet man daher "mit einem erneuten sprunghaften Anstieg der Antragszahlen". Andere Kommunen zeigen sich dagegen noch unschlüssig, wie mit den Einbürgerungsanträgen der Ukrainer zu verfahren sei.
Angesichts des ungelösten Ukraine-Konflikts, der Armut des Landes und der geringen Aussichten eines EU-Beitritts dürfte die Verlockung für viele in Deutschland lebende Ukrainer groß sein, den deutschen Pass zu beantragen.
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