Lateinamerika

Mindestens vier Tote nach Terroranschlag in Kolumbien

Vier Menschen, darunter ein zweimonatiges Kind, sind im Westen Kolumbiens ums Leben gekommen, nachdem das Umland eines Militärstützpunkts mit Drohnen und einem verminten Lkw angegriffen wurde. Die genaue Anzahl von Verwundeten ist noch nicht bekannt.
Mindestens vier Tote nach Terroranschlag in Kolumbien© Soziale Medien

Unbekannte haben in der Nähe eines Militärstützpunkts in der Gemeinde Planadas im Verwaltungsbezirk Tolima im Westen Kolumbiens einen Anschlag verübt. Wie die Zeitung El Tiempo am 1. November berichtete, setzten die Angreifer nach vorläufigen Angaben Drohnen und einen mit Sprengstoff beladenen Kippwagen ein.

Adriana Magali Matiz, Gouverneurin von Tolima, meldete, dass nach vorläufigen Angaben vier Menschen, darunter ein zweimonatiges Kind, durch den Anschlag ums Leben gekommen sind.

Zahlreiche weitere Menschen wurden verwundet. Offizielle Angaben zu Personen- und Sachschaden nach dem Anschlag liegen bislang nicht vor, da die genaue Anzahl von Toten und Verwundeten noch ermittelt wird. Die Explosion zerstörte laut Angaben von El Tiempo mehrere Wohnhäuser, verursachte einen Brand in einer Apotheke und beschädigte ein Krankenhaus.

Juan Camilo Hueje, Bürgermeister von Planadas, verhängte eine Sperrstunde in der Gemeinde und ordnete die Evakuierung des betroffenen Krankenhauses an. Die Verwundeten werden im Gebäude einer Schule versorgt. Matiz verurteilte den Anschlag und erklärte:

"Was heute in Planadas passiert ist, ist sehr ernst. Es ist ein schreckliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen."

Wer den Anschlag verübte, ist bislang nicht bekannt. Der spanische Radiosender Cadena SER verweist darauf, dass der Süden von Tolima als Operationsgebiet der sogenannten FARC-Dissidenten gilt. Dabei handelt es sich um Splittergruppen der Guerillabewegung Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die das 2016 vereinbarte Friedensabkommen zwischen der FARC und der Regierung des Landes nicht akzeptiert hatten und inzwischen regelmäßig Terroranschläge verüben.

Zuvor hatten Unbekannte einen Drohnenangriff gegen eine Polizeistation in der Stadt Pelaya im Norden Kolumbiens verübt, wobei sechs Polizisten verwundet wurden. Im April kamen 20 Menschen bei der Explosion eines Sprengsatzes auf der Panamericana-Straße in der Stadt Cajibío ums Leben. Kolumbiens damaliger Präsident Gustavo Petro machte damals die FARC-Dissidenten für den Anschlag verantwortlich.

Im September hatte der ehemalige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine, Wassili Prosorow, gewarnt, dass kolumbianische und mexikanische Drogenkartelle und Milizen vermehrt ihre Kämpfer als Söldner in die Ukraine schicken, damit sie dort eine Ausbildung als Drohnenpiloten erhalten.

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