Afrika

Mehr als 1.000 Infizierte: Ebola breitet sich im Kongo weiter aus

Die Ebola-Lage in der Demokratischen Republik Kongo bleibt angespannt. Trotz einzelner Fortschritte bei der Eindämmung des Virus melden die Behörden weiterhin neue Infektionen und Todesfälle. Die WHO stuft den Ausbruch als Gesundheitsnotlage von internationaler Tragweite ein.
Mehr als 1.000 Infizierte: Ebola breitet sich im Kongo weiter aus© Urheberrechtlich geschützt

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Nach Angaben des Kommunikationsministeriums des Landes stieg die Zahl der bestätigten Todesfälle innerhalb eines Tages um 13 auf 267. Insgesamt wurden inzwischen 1.048 Ebola-Fälle registriert – etwa 45 mehr als am Vortag.

Derzeit befinden sich 371 Menschen in Krankenhäusern und medizinischen Isolierstationen unter Beobachtung. Gleichzeitig meldeten die Behörden 112 vollständig genesene Patienten. Die Sterblichkeitsrate liegt nach offiziellen Angaben bei 25,5 Prozent.

Als Zentrum des aktuellen Ausbruchs gilt weiterhin die Provinz Ituri. Dagegen wurden in der Provinz Süd-Kivu, die auch zu den drei Provinzen gehört, in denen die derzeitige Ebola-Welle erstmals festgestellt wurde, seit dem 26. Mai keine neuen Übertragungsfälle registriert.

Nach Angaben der Behörden wurden zuletzt Fortschritte bei der Nachverfolgung möglicher Infektionsketten erzielt. Der Anteil der überwachten Kontaktpersonen von Ebola-Patienten stieg auf 70,8 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält jedoch eine Quote von mindestens 95 Prozent für notwendig, um einen Ausbruch vollständig unter Kontrolle zu bringen.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und im benachbarten Uganda wurde Anfang Mai bekannt. Nach Angaben der kongolesischen Behörden werde der Anstieg der Fallzahlen durch den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus verursacht, gegen den bislang weder Impfstoffe noch spezifische Medikamente verfügbar sind.

Die Bekämpfung der Krankheit wird zusätzlich durch die Sicherheitslage erschwert. Mehrere betroffene Provinzen sind zugleich Schauplatz bewaffneter Konflikte. Die WHO hatte den Ausbruch bereits als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft. Nach Einschätzung der Organisation könnte die Entwicklung eines Impfstoffs sechs bis neun Monate in Anspruch nehmen.

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