Gerhard Schröder ist am 7. Oktober nach Moskau gereist. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler hielt sich an diesem Tag in der russischen Hauptstadt auf, um seine neue Tätigkeit beim russischen Globus-Geschäft wahrzunehmen.
Am Abend traf er zudem Wladimir Putin, der an diesem Tag seinen 74. Geburtstag feierte.
Der Kreml bestätigte das Treffen. Putin habe aus den Medien erfahren, dass sich Schröder in Moskau befinde, und seinen langjährigen Freund daraufhin zu sich eingeladen. Schröder sei bei Putin gewesen, als der russische Präsident seinen Geburtstag feierte.
Schröder besuchte während seines Aufenthalts einen Globus-Markt und sprach mit Mitarbeitern des Unternehmens. Anfang September war er in den Aufsichtsrat des russischen Globus-Geschäfts berufen worden. Inzwischen steht er diesem Gremium vor. Sein Aufenthalt in Moskau hatte damit zunächst einen geschäftlichen Anlass.
Globus gehört zu den westlichen Handelsunternehmen, die weiterhin auf dem russischen Markt tätig sind. Das Russland-Geschäft wurde organisatorisch von der deutschen Globus Holding getrennt, die Märkte in Russland arbeiten jedoch weiterhin unter der Marke Globus.
Für Schröder ist Russland seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil seiner politischen und wirtschaftlichen Biografie. Während seiner Kanzlerschaft setzte er auf enge wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau und pflegte einen direkten Kontakt zu Putin. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt übernahm er mehrere Funktionen in russischen Unternehmen, unter anderem bei Rosneft und im Umfeld von Gazprom und Nord Stream.
Auch nach Beginn der russischen militärischen Sonderoperation in der Ukraine hielt Schröder seine Kontakte nach Russland aufrecht. Anders als viele Politiker in Deutschland brach er den persönlichen Austausch mit Moskau nicht ab und setzte weiterhin auf direkte Gespräche und den Dialog. Für Schröder blieb die Verbindung zu Russland auch in dieser schwierigen politischen Phase bestehen.
Sein jüngster Besuch zeigt, dass diese Verbindung nicht abgerissen ist. Während die offiziellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland stark eingeschränkt sind, bleibt Schröder in Moskau präsent, sowohl geschäftlich als auch persönlich.
Dass sein Besuch auf Putins Geburtstag fiel und der russische Präsident ihn zu sich einlud, verleiht der Reise eine zusätzliche persönliche Dimension. Zwei Männer, die seit mehr als zwei Jahrzehnten miteinander verbunden sind, trafen sich erneut in Moskau.
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