Von Rainer Rupp
Fortsetzung von Teil I; Teil II; Teil III; Teil IV
Wenn der Papst "ex cathedra" eine besonders feierliche und verbindliche Lehrentscheidung verkündet, dann gilt diese als unfehlbar. Die Entscheidung ist endgültig und ausdrücklich, und sie gilt für die gesamte Kirche als verbindlich. Ein Katholik kann wegen hartnäckiger Leugnung eines verbindlichen Dogmas exkommuniziert werden, was im Mittelalter einem Todesurteil gleichkam.
Die Ähnlichkeit, mit der das offizielle 9/11-Narrativ zuerst der US-Bevölkerung – vom Arbeiter bis zum Universitätsprofessor – und später den Bürgern in den Ländern der US-Vasallen als Dogma aufgezwungen wurde, erinnert an den Umgang mit einem päpstlichen Dogma aus dunklen, früheren Zeiten. Die offizielle 9/11-Darstellung war, dass die Anschläge von mit Teppichmessern bewaffneten al-Qaida-Terroristen unter Anleitung von Osama bin Laden ausgeführt wurden, der die ganze Operation aus einer Höhle in Afghanistan geleitet habe. Fragen oder Zweifel waren nicht erlaubt und führten in der Regel zu Problemen am Arbeitsplatz, denn der politische Überwachungsstaat war bereits im Jahr 2001 weit entwickelt.
Zahllose kritische Journalisten und Wissenschaftler, die in den Jahren nach dem 11. September 2001 bei ihren Recherchen der Wahrheit zu nahe kamen, wurden gecancelt, im öffentlichen Leben marginalisiert oder verloren sogar ihren Job, und das nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, sogar in der Schweiz, wie das Beispiel von Dr. Daniele Ganser zeigt. Ganser hatte nach expliziter Warnung seiner Uni, keine Verschwörungstheorien mehr zu verbreiten, seinen Lehrauftrag verloren. Die Tentakel der genozidalen zionistischen Verbrecher reichen weit über die USA hinaus.
Allerdings hatte die Bush-Administration immer große Probleme, wenn es darum ging, ihre Behauptungen mit Fakten zu untermauern. Das war auch der Fall bei den "unwiderlegbaren Beweisen" für Bin Ladens Schuld an 9/11, die George W. Bushs Außenminister, Ex-General Colin Powell, bei der Erklärung des NATO-Bündnisfalles gemäß Artikel 5 den US-Vasallen vorzulegen versprochen hatte. Dies blieb Washington bis heute schuldig.
Stattdessen hat die Bush-Junior-Administration mit einem riesigen Aufwand versucht, der Öffentlichkeit eine echte Untersuchung der Hintergründe von 9/11 vorzugaukeln. Die Medien wurden nicht müde, die Ermittlungen des FBI als die größten in der Geschichte des "Büros" herauszustellen, an denen Tausende von FBI-Agenten beteiligt waren. Tausende ausländische Regierungs- und Geheimdienstbeamte wurden ebenfalls befragt, und die damals noch "nur" 16 US-Geheimdienste haben sich vornehmlich selbst untersucht. Es gab Anhörungen im Kongress usw. Mit diesem Anschein echter Aktivitäten wurde der Öffentlichkeit eine Weile lang erfolgreich Sand in die Augen gestreut.
Parallel dazu wurden Inspektionen der Geheimdienste und eine gemeinsame Untersuchung des Kongresses durch die Geheimdienstausschüsse des Repräsentantenhauses und des Senats durchgeführt. Das hörte sich zwar gut an, aber faktisch waren hier die Geheimdienstler unter sich, die ganz bestimmt keine falschen Fragen stellten, die nicht nur die Bush-Regierung, sondern das ganze US-System hätten in die Krise stürzen können.
Und dann, im Herbst 2002, wurde der US-Öffentlichkeit und der Welt auch noch ein absolut "glaubwürdiges" Spektakel präsentiert: die Berufung der "Nationalen Kommission zur Untersuchung von Terroranschlägen auf die Vereinigten Staaten, 2002". Die Kommission wurde als "unabhängiges, überparteiliches Gremium" vorgestellt. Allerdings war auch das Mandat der Kommission stark eingeengt. Die offizielle Version des Einsturzes durfte nicht hinterfragt werden. Auch das staatliche "National Institute of Standards and Technology (NIST)", das den Auftrag bekommen hatte, die Zusammenbrüche der Türme wissenschaftlich zu untersuchen, durfte das nur unter der Prämisse tun, dass die Baustruktur auf allen Etagen der Hochhäuser zur Zeit des Einsturzes vollkommen intakt war. Das aber schloss Sprengungen als mögliche Erklärung von vornherein aus.
Dennoch wuselte auch die Untersuchungskommission eifrig weiter. 19 Tage lang hielt sie öffentliche Anhörungen ab, hörte sich die Aussagen von etwa 160 Zeugen an, führte mehr als 1.200 Interviews und studierte angeblich Tausende von Dokumenten. Dann publizierte sie einen ausführlichen öffentlichen Bericht*, der anschließend in jeder US-Buchhandlung auslag.
Dies alles geschah unter Leitung von Philip Zelikow. Dessen langjähriger Dienst unter anderem im Weißen Haus und im US-Nationalen Sicherheitsrat hatte ihn als absolut unabhängigen und verlässlichen Leiter dieser Kommission qualifiziert. Böse Zungen behaupteten seinerzeit allerdings, dass Zelikow den Bericht der Kommission bereits vor deren erster Sitzung fertiggestellt hatte.
Das Ergebnis des riesigen Aufwands der Kommission war, dass einige Pannen in den US-Geheimdiensten gerügt wurden. Aber die offizielle 9/11-Mär blieb unangetastet, denn Zelikow hatte penibel darauf geachtet, dass niemand eingeladen wurde, der kritische Fragen zu den vielen Ungereimtheiten der offiziellen Version hätte vorbringen können.
Juristisch gesehen zielten alle 9/11-Untersuchungsaktivitäten, auch die der Kommission, lediglich auf die Feststellung von angeblichen Fehlern und auf die Politikgestaltung nach dem Anschlag. All diese Aktivitäten hatten keine strafrechtlichen Folgen, niemand im Apparat wurde zur Verantwortung gezogen, und es gab auch keine verbindlichen Urteile, außer gegen die Helfer und Komplizen der 19 jungen Araber, die angeblich die Flugzeuge entführt hatten. Letztere sind alle am 11. September gestorben. Einige ihrer verhafteten Unterstützer wurden von Zivilgerichten verurteilt. Die mutmaßlichen Hauptorganisatoren (einschließlich Chalid Scheich Mohammed) wurden vor einer US-Militärkommission in Guantanamo Bay angeklagt. Das Verfahren ist bis heute nicht abgeschlossen.
Mit anderen Worten: Die wenigen gerichtsähnlichen Verhandlungen, die es überhaupt in Sachen 9/11 gab, wurden hinter verschlossenen Türen, weit weg vom Blick der Öffentlichkeit, im US-Militärgefängnis Guantanamo Bay abgehalten. Deshalb ist festzuhalten: Es hat kein einziges öffentliches Zivilstrafverfahren gegeben, in dem alle Aspekte der Anschläge vollständig untersucht worden wären, einschließlich eidesstattlicher Aussagen von unabhängigen Sachverständigen über die genauen Mechanismen des Einsturzes der WTC-Türme.
Wie ganz anders war das bei der Untersuchung des durch einen terroristischen Akt verursachten Absturzes von Pan Am Flight 103 am 21. Dezember 1988 auf das schottische Dorf Lockerbie. Mehr darüber in Teil VI.
* National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States: The 9/11 Commission Report: Final Report of the National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States. Authorized Edition, W. W. Norton & Company, New York 2004, ISBN 0-393-32671-3.
Mehr zum Thema ‒ Der 11. September: Der Mediendiskurs zwischen Verschwörungen und Theorien