CDU-Niederlage im Nordosten: Merkel spricht über Rückkehr zu Adenauer-Geboten

Ex-Kanzlerin Angela Merkel fordert mit Sicht auf die CDU-Verluste in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin dazu auf, dass die Partei zu den Grundsätzen von Konrad Adenauer zurückkehrt. Dies bedeutet, Brücken zu bauen, wie schwierig es heutzutage auch sein mag.

Nach den schweren Verlusten der CDU in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat sich Ex-Kanzlerin Angela Merkel an das Gebot von Konrad Adenauer erinnert. Bei der Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag erklärte Merkel, es lohne sich, "an einem Tag wie heute und nach einem Abend wie gestern" nachzudenken, ob man vom ersten Bundeskanzler etwas übernehmen könne. Für ihn sei es klar gewesen, man müsse Brücken bauen. Daraus habe sich auch automatisch ergeben, mit wem man keine Brücken bauen könnte.

Aus den Fehlern der Geschichte habe Adenauer gelernt, dass es wichtig sei, Menschen einzuladen, alle Menschen anzusprechen und sich der eigenen Werte bewusst zu sein, führte Merkel aus. Eine Partei wie die CDU speise sich aus drei gleichberechtigten Wurzeln, nämlich konservativ, liberal und christlich-sozial. Es hätten nach Ansicht von Adenauer Brücken zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Männern und Frauen, Umwelt und Wirtschaft, Stadt und Land, zwischen den Konfessionen und den Generationen sein müssen. Im heutigen Kontext würde Merkel hinzufügen: "zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund". Zum Schluss betonte die Ex-Kanzlerin:

"Ich denke, das muss der Anspruch einer Volkspartei sein, das hat er uns mitgegeben. Und um dieses Brückenbauen, was sicherlich heute nicht einfacher geworden ist, muss es auch weitergehen."

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September kam die CDU auf 4,9 Prozent der Stimmen. Damit verfehlte die Partei erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in einen Landtag. In Berlin gilt die CDU mit 18,8 Prozent jetzt als zweitstärkste Kraft. Merkel vertrat von 1990 bis 2021 den Wahlkreis Mecklenburg-Vorpommern im Bundestag, indem sie dort achtmal in Folge die Wahlen gewann.

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