Laut Medienberichten zeigt sich das Kanzleramt im Regierungsviertel in Berlin mehr als unzufrieden, dass die milliardenschwere Ukraineunterstützung "in der Öffentlichkeit nicht ausreichend gewürdigt wird", so das Handelsblatt (Bezahlschranke). Daraus ergab sich ein Auftrag für eine öffentlichkeitswirksame Werbekampagne, die jedoch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew für Aufmerksamkeit sorgen soll. Das Nius-Portal erfuhr durch eine Anfrage, dass das Auswärtige Amt sein Budget demnach für die Werbeplakate mit Gesamtkosten "in Höhe von rund 40.000 Euro" belastete.
Die massive Unterstützung Deutschlands für die Ukraine ist laut dem deutschen Botschafter Heiko Thoms "nicht nur in ihrem finanziellen Umfang bedeutend, sondern auch tief durchdacht und systemisch angelegt", so der Wortlaut einer Erklärung auf der Webseite der Botschaft in Kiew. Systemisch durchdacht wird die Mitteilung mit der Vorstellung und Veröffentlichung des "Wörterbuchs der deutschen Unterstützung".
Hinsichtlich laufender Projekte "von A bis Z" lautet die Zusammenfassung:
"Für die Entwicklung der Verteidigungsindustrie werden gemeinsame Projekte geschaffen, Verwundete erhalten Zugang zu Behandlung und Rehabilitation. Für diejenigen, die kämpfen, werden Waffen geliefert und militärische Ausbildungssysteme bereitgestellt. Für Unternehmer gibt es Förder- und Wirtschaftsprogramme. Veteranen werden unterstützt."
So heißt es etwa unter Buchstabe D:
"'Drohnenproduktion': Deutschland unterstützt die gemeinsame Produktion ukrainischer Systeme unter dem Dach 'Build with Ukraine'. Dadurch schaffen Deutschland und die Ukraine gemeinsam die Innovationen der Zukunft."
Für die Bürger Kiews möchte sich zudem das Berliner Regierungsviertel als einer der zuverlässigsten Partner in der "Koalition der Willigen" präsentieren. So wurden auf Kosten der deutschen Steuerzahler in der Kiewer U-Bahn und an Werbeflächen in der Stadt aktuelle Plakate platziert. Im Mittelpunkt steht das Wort "Razom" in kyrillischen Buchstaben, ukrainisch für "gemeinsam".
Auf mehreren Plakatmotiven wird dabei die Kooperation zur Produktion von militärischem Gerät bewerbend hervorgehoben, so die deutsch-ukrainische Herstellung von Abfangdrohnen, Panzern oder dem Luftverteidigungssystem Iris-T SLM. Dazu miteinander die deutschen und ukrainischen Nationalfarben wehend, um so die seitens Berlin ausgerufene Verbundenheit der beiden Länder zu symbolisieren.
Ein Instagram-Video der Deutschen Botschaft zeigt die Kampagne im Stadtbild der ukrainischen Hauptstadt. Der eingeblendete Abschlusssatz, nach einem "Yeah" in der musikalischen Untermalung, lautet in dem Beitrag:
"Deutschland leistet entscheidende Unterstützung zum Schutz des Luftraums über der Ukraine."
Der Handelsblatt-Artikel ergänzt zu der AA-Werbeoffensive in Kiew:
"Deshalb können die Menschen in der Ukraine nun auf einer großen Tafel vor der deutschen Botschaft in Kiew lesen: 'Deutschland ist der Partner Nummer eins der Ukraine weltweit'."
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte zum Agieren Berlins in der vergangenen Woche beim NATO-Gipfel in Ankara, dass die massive militärische Unterstützung Kiews nicht dazu diene, "um den Krieg zu befördern, sondern wir wollen ihn beenden". Es gelte in der Wahrnehmung der NATO-Koalition, den russischen Präsidenten Wladimir Putin "mit der notwendigen Hartnäckigkeit" an den Verhandlungstisch "zu bringen".
Allein dieses Jahr stellt Deutschland dabei "rund 12 Milliarden Euro nur für die militärische Unterstützung der Ukraine bereit", so die Botschaft in Kiew bestätigend. Seit Beginn der Ereignisse im Februar 2022 wären es damit "55,5 Milliarden Euro für militärische Unterstützung". Zudem hätte Deutschland "seit Beginn der Vollinvasion über 41 Milliarden Euro für zivile Unterstützung gestellt – und diese Summen wachsen weiter", so Botschafter Heiko Thoms wörtlich darlegend.
Abschließend heißt es in dem Beitrag: "Deutschland und die Ukraine sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel".
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