Langsam werden weitere Details über den 17-jährigen Syrer bekannt, der am Donnerstag vergangener Woche in Hamburg verhaftet worden ist. Der 2008 geborene Jugendliche soll seit vier Jahren in Deutschland sein.
Nachdem sein Vater 2016 mit seiner Zweitfrau als Flüchtling über die Türkei nach Deutschland kam und hier Schutz erhielt, beantragte er für seine Erstfrau Familiennachzug, der 2021 abgelehnt wurde. Ein Jahr später, unter der Ampelkoalition, erhielten Erstfrau und Sohn Ali ein Einreisevisum und im Anschluss ebenfalls Schutz als Flüchtlinge. Der Jugendliche wohnte zusammen mit seinem Vater, dessen beiden Ehefrauen und vier Geschwistern. Er soll nach Aussage seines Pflichtverteidigers fließend Deutsch sprechen.
Ehe er wegen seiner Terrorpläne auffiel, war er schon in Hamburg in der Psychiatrie. Bild behauptete sogar, die Festnahme habe in der Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf stattgefunden, was die Klinik aber bestritt. Denkbar, dass er dort war, um das psychiatrische Gutachten zu erstellen, das nach Aussage der Staatsanwaltschaft angefordert wurde, weil er IS-Symbole verwendet hatte.
Bei der Durchsuchung waren Universaldünger, flüssiger Grillanzünder, eine Sturmhaube und ein Messer gefunden worden, und die Sprecherin der Staatsanwaltschaft hatte erklärt, er solle "geplant haben, entweder in einem Einkaufszentrum oder einer Polizeiwache oder einer Bar einen Anschlag zu verüben".
Der entscheidende Hinweis auf seine Absichten kam wohl über den BND. Der erhielt aus dem Ausland den Hinweis auf einen Mann, der in einer Telegram-Chatgruppe aus dem Umfeld des IS gepostet habe, er sei bereit, zu sterben, und nach Anleitungen zum Bau eines Zünders suchte.
Mehr zum Thema — Hamburg: 17-jähriger Syrer wegen Terrorverdachts verhaftet