Lukaschenko: Menschen in der Ukraine müssen nun Preis für die Wahl Selenskijs bezahlen

Die Ukrainer selbst haben Selenskij zum Präsidenten gewählt und zahlen nun einen hohen Preis dafür, erklärt Weißrusslands Präsident. Selenskij habe das Land in einem "fertigen Zustand" übernommen und hätte nur dessen Politik verändern müssen, was aber mangels Erfahrung misslang.

Wenn Wladimir Selenskij den aktuellen politischen Kurs der Ukraine nicht ändert, wird er das Land verlieren, warnte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko. An dieser Entwicklung trage auch das Volk der ehemaligen Ukrainischen SSR selbst eine Mitschuld – es habe schließlich Selenskij eigenständig gewählt und zahle nun einen hohen Preis dafür, erklärte Lukaschenko in einem Interview an RT:

"Wussten sie, dass er unerfahren war? Ja. Kannten sie seine Schwächen? Vielleicht nicht – aber warum haben sie ihn dann gewählt? Zugegeben, die Wahl fiel schwer. Andere Kandidaten waren ja auch wie er.

Gewählt haben sie ihn. Und jetzt bezahlen sie den Preis dafür. Und zwar einen hohen.

Deshalb habe ich noch kein Recht, dem ukrainischen Volk die Schuld zu geben. Aber die Ukrainer sollen das gefälligst regeln. Sie tragen auch eine Mitschuld. Sie haben diesen Präsidenten demokratisch gewählt. Dann müssen sie für ihn auch geradestehen."

Lukaschenko zufolge übernahm der Chef des Kiewer Regimes das Land "fertig" und hätte nur die Politik dort verändern sollen, scheiterte aber aufgrund besagter Unerfahrenheit:

"Die Ukraine erhielt er schon in einem fertigen Zustand. Ja, er hätte die Politik dort verändern sollen. Doch er veränderte sie nicht. Dem nationalistischen Rausch und Wahn, dem das Volk ausgesetzt war, konnte er nicht entgegenwirken. Weil er keine Erfahrung hatte, hatte er über viele Prozesse gar keine Kontrolle inne. Und die Nationalisten gewannen die Oberhand. Und er konnte nichts dagegen tun."

Lukaschenko erinnert sich: Er selbst sei, als er das Amt des weißrussischen Präsidenten antrat, politisch ähnlich unerfahren gewesen wie Selenskij – doch während er zumindest über etwas Lebenserfahrung verfügt habe und seine eigenen Interessen schon charaktergemäß fest auf der Seite der Volksinteressen verortete, habe der Chef des Kiewer Regimes nur die Show als etwas gehabt, worauf er sich stützen konnte und kann. Der jetzige politische Kurs der Ukraine – ausgerichtet auf den Krieg gegen Russland – komme Selenskij aber schon jetzt viel zu teuer zu stehen – und werde ihn künftig noch teurer zu stehen kommen: Weißrusslands Staatschef forderte Selenskij dringend auf, die Ereignisse sorgfältig abzuwägen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen – andernfalls würde er die Ukraine verlieren.

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