Seit den frühen Morgenstunden versammeln sich in der iranischen Hauptstadt Teheran Menschenmassen zum Beginn der sechstägigen Trauerfeierlichkeiten für den ermordeten Obersten Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei. Laut Medien und Behördenschätzungen werden bis zu 30 Millionen Menschen zu den verschiedenen seit Wochen verschobenen Gedenkveranstaltungen erwartet, nachdem Chamenei gleich zu Beginn des US-israelischen Krieges am 28. Februar gezielt getötet wurde.
Abertausende Menschen strömen seit Samstagmorgen zur Mosalla von Teheran, einem weitläufigen Moschee-Komplex, in dem der Sarg mit Ajatollah Ali Chamenei bereits am Freitag aufgebahrt wurde (RT DE berichtete). Bisher weiterhin noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten ist dabei Modschtaba, der Sohn und Nachfolger von Ali Chamenei.
Das Staatsfernsehen meldete zu Tagesbeginn den offiziellen Beginn der öffentlichen Trauerfeiern, die über insgesamt sechs Tage stattfinden sollen.
Laut bekannt gewordenen Plänen soll nach zwei Tagen Aufbahrung an der Mosalla-Moschee eine Prozession durch Teheran stattfinden. Eine weitere Station ist Ghom, eine der heiligsten schiitischen Städte des Landes. Im Anschluss erfolgt die Überführung in den Irak zu den schiitischen Pilgerstädten Karbala und Najaf. Die endgültige Beisetzung wird am 9. Juli im Mausoleum des Imam Resa in Chameneis Heimatstadt Maschhad erfolgen.
Chamenei wurde im Juni 1989 zum Obersten Führer Irans ernannt, als sich das Land gerade vom Krieg mit dem Irak langsam erholte. Mit seinem übergeordneten Amt übernahm er fortan bis zu seiner Ermordung im Februar 2026 die Aufsicht über die Streitkräfte, die Justiz, den staatlichen Rundfunk sowie wichtige strategische Ernennungen.
Der Gouverneur von Teheran erklärte iranischen Agenturmeldungen zufolge, dass die gesamte Provinz aufgrund der Zeremonien und Menschenansammlungen von Samstag bis Dienstag komplett geschlossen werde. Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur IRNA erklärte der Bildungsminister des Landes, dass landesweit mehr als 5.000 Schulen und etwa 40.000 bis 50.000 Klassenzimmer geöffnet seien, um die Pilger zu beherbergen.
Zuvor hatte die Regierungssprecherin Fatemeh Mohajerani gegenüber lokalen Medien erklärt, die Regierung habe den Dienstag in Teheran zum Feiertag erklärt, um dadurch die Abreise der Trauernden aus der Stadt geregelt zu ermöglichen.
Der Sprecher des Außenministeriums, Ismail Baghai, erklärte am Freitag, dass Delegationen aus fast 100 Ländern sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zivilgesellschaftliche Gruppen an der Abschiedszeremonie für Chamenei teilnehmen würden. So unter anderem der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif.
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